Natursteine - Granit-Handel: Zukunftsaussichten einer Branche

Ist die Verwendung von Naturstein überhaupt noch zeitgemäß? Ist die moderne Technik nicht in der Lage, Baumaterialien herzustellen, die dem auf natürlichem Wege entstandenen Stein überlegen sind? Auf den ersten Blick mag dies so scheinen, aber tatsächlich nur auf den ersten Blick. Sicherlich hat der Asphalt im Straßenbau das klassische Kopfsteinpflaster verdrängt. Auch große Prunkbauten werden heute eher aus Glas und Stahl als aus Naturstein gebaut. Ausgedient haben Natursteine wie Granit deshalb noch lange nicht.

Gerade im direkten Vergleich mit Beton kann Granit auf ganzer Linie punkten. Das Gestein ist stabiler, witterungsfester, farbbeständiger, leichter zu reinigen und somit auch hygienischer. Vor allem überzeugt der Stein aber aufgrund seiner optischen Eigenschaften. Kaum ein Privatverbraucher käme auf die Idee, seine Küche oder sein Badezimmer mit Beton anstelle von Granitplatten zu fließen. Genau hier liegt die Stärke des Steins und ebenso der Grund, warum der Granit-Handel auch im Zeitalter von synthetischen Materialien immer noch einen festen Platz in der Baustoffbranche innehat.

So ist Granit ein sehr vielfältiges Baumaterial. Im Außenbereich bietet er vor allem geflammt ein hohes Maß an Rutschsicherheit und Beständigkeit, während er im Innenbereich einen sehr attraktiven, edlen und hygienischen Belag abgibt. Nicht umsonst verfügen viele hochwertige Küchen über Arbeitsplatten oder Kacheln aus Granit. Trotz der überragenden Eigenschaften des Materials hat der europäische Granit-Handel dennoch stark gegen Konkurrenz zu kämpfen. Bei dieser Konkurrenz handelt es sich jedoch nicht um andere Baumaterialien, sondern um Granithersteller und –vertreiber aus Fernost.

In Ländern wie Indien und China kann der Granit sehr viel günstiger abgebaut werden als in Europa. Trotz der weiten Transportwege können entsprechende Unternehmen die europäischen Anbieter von Granit und anderen Natursteinen massiv unter Preisdruck setzen. Dem Kunden bleibt dabei oftmals verborgen, dass die günstigen Preise der Baustoffe nur deshalb zustande kommen können, weil beim Abbau in Ost-Asien weder auf die Arbeiter noch auf die Umwelt Rücksicht genommen wird. Die Zukunft des europäischen Granit-Handels hängt also zu einem großen Teil davon ab, ob der Kunde bereit ist, in qualitativ hochwertige und unter sozialem und ökologischem Gesichtspunkt vertretbar abgebaute Naturprodukte zu investieren.